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Ehe und Zölibat

Vom Erfahrungshorizont eines Mannes her gesprochen: Zöilbat und Ehe sind kein Gegensatzpaar, sondern – wenn sie gelingen – zwei unterschiedliche Manifestationen eines erwachsenen Umgangs mit Sexualität. In beiden Existenzformen ist die Einordnung der Sexualität in die eigene Lebensweise nur dann glücklich, wenn sie in Liebe gebettet und von der Verantwortung getragen ist, die sich aus dem jeweiligen Stand ergibt.

Insofern ist das Lebenszeugnis des Zölibatären für den Ehemann eine ebenso große und wichtige Ermutigung, wie das Lebenszeugnis des Paares, der eine intakte und krisenfeste Ehe führt, für den Zölibatären. Ehe und Zölibat stehen also in Wechselbeziehung zueinander – auch, oder gerade weil beide Lebensformen prekär sind und gewissermaßen Risikoinvestments darstellen. Es geht bei der wechselseitigen Stärkung also nicht nur um den Beweis, dass der Mensch Herr seiner Sexualität sein kann, sondern auch um den Beweis, dass die Hoffnung, auf der die Entscheidung zu einem Leben im Zölibat oder zu einer christlichen Ehe beruht, tatsächlich trägt.

09:30 - 10:00


Michael Prüller

 
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